Erstmals seit fünf Jahren mehr Privatbanken in Deutschland

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05. März 2019
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Christian Grimm

Während die Zahl der Sparkassen und Genossenschaftsbanken weiter abnimmt, gibt es erstmals seit fünf Jahren wieder mehr private Banken in Deutschland. Demnach waren hierzulande Ende 2018 mit 267 privaten Geldhäusern vier mehr vertreten als 2017.

Das ist das Ergebnis einer Branchenauswertung der Unternehmensberatung Barkow Consulting. Ursächlich für den Anstieg sind  die Auslandsbanken, die wegen des Austritts Großbritanniens aus der Europäischen Union teilweise ihren Firmensitz auf den Kontinent verlegen. Allein 2018 legte ihre Anzahl der Analyse zufolge um fünf Institute zu, nach drei im Jahr zuvor.

Generell bleibt die Bankenbranche aber einem hohen Konsolidierungsdruck ausgesetzt. Vergangenes Jahr ging die Zahl der Kreditinstitute deutschlandweit von 1.631 auf 1.583 zurück, wie es in der Aufstellung weiter heißt. Das entspricht einem Minus von 2,9 Prozent. Der Rückgang im genossenschaftlichen Sektor, wie Volksbanken und Raiffeisenbanken, fiel mit 4,6 Prozent am stärksten aus. Die Sparkassen hatten ein Minus von 1,3 Prozent zu verkraften. Üblicherweise werden kleinere Einheiten mit größeren verschmolzen, um an Schlagkraft zu gewinnen und Kosten einzusparen.

Geldhäuser ächzen unter Nullzinspolitik

Die verstärkte Auslandspräsenz wird den harten Wettbewerb in Deutschland aus Sicht von Barkow-Bankenexperte Wolfgang Schnorr verschärfen. „Der starke Anpassungszwang im immer noch wie kaum in Europa sonst zersplitterten inländischen Bankgewerbe bleibt“, sagt Schnorr.

Die Geldhäuser ächzen unter der Nullzinspolitik der EZB und hohen Kosten für die Erneuerung ihrer Computersysteme. Nach Angaben der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young werden insgesamt 80 Banken Geschäft aus London in die EU verlegen. (DJN)

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