Studie: Regulatorik strahlt auf die bankinterne Steuerung aus

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11. April 2019
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Redaktion RISIKO MANAGER

Die wachsenden regulatorischen Anforderungen durch die Finanzaufsicht erhöhen bei den Kreditinstituten den Handlungsdruck in der Gesamtbankensteuerung. Einer aktuellen Studie zufolge besteht vor allem beim Einsatz von Risikokennzahlen großer Nachholbedarf.

Die Geschäftsmodelle der Banken stehen aufgrund vielfältiger Faktoren wie etwa der Niedrigzinsen, des wachsenden Wettbewerbs sowie regulatorischer Vorgaben vor einem deutlichen Anpassungsbedarf. Vor allem die regulatorischen Anforderungen erzeugen bei den Instituten großen Handlungsdruck in der Gesamtbankensteuerung. Doch beim Einsatz einschlägiger Leistungs- und Risikokennzahlen besteht für die Institute großer Änderungsbedarf. Das geht aus einer aktuellen Studie des Handelsblatts und des Beratungsunternehmens msgGillardon AG hervor. Die Untersuchung setzt sich vor dem Hintergrund der Regulatorik mit dem verbleibenden Spielraum für die bankinterne Steuerung auseinander.

Die Autoren kommen zu dem Ergebnis, dass die derzeit in vielen Kreditinstituten vorzufindende Gesamtbankensteuerung renovierungsbedürftig sei. Demnach verordne der neue Risikotragfähigkeitsleitfaden der BaFin sowie der im November 2018 finalisierte ICAAP- und ILAAP-Leitfaden der EZB die Implementierung der ökonomischen und normativen Perspektiven als parallelen Steuerungssatz. Für die Bankverantwortlichen bestehe damit unmittelbarer Handlungsdruck, um beide Perspektiven zeitnah in der Gesamtbankensteuerung zur Verfügung zu haben.

Anpassungsbedarf bei zentralen KPIs

Der Studie zufolge gibt es einen erheblichen Anpassungsbedarf bei zentralen KPIs (Leistungskennzahlen). Diesen Trend bestätige die Erhebung, im Rahmen derer die Teilnehmer danach gefragt worden seien, ob die regulatorischen Anforderungen zum Anlass genommen werden müssten, neue KPIs in die Gesamtbankensteuerung zu integrieren. Bei den aufsichtsrechtlichen KPIs wolle infolge der Vorgaben etwa ein Fünftel der Institute die Net Stable Funding Ratio (NSFR) und die Total Capital Ratio (TCR) neu aufnehmen. Zudem werde die NSFR von rund der Hälfte der Institute zukünftig in die Gesamtbankensteuerung integriert.

Wie es weiter hieß, sei unklar, ob die von der ICAAP und ILAAP vorgegebenen Änderungen auch relevante bankinterne Steuerungsimpulse liefere. Für jeweils die Hälfte der Institute münde die methodische Weiterentwicklung darin, den Handlungsbedarf in Bezug auf die Geschäftsmodellentwicklung einfacher ableiten zu können bzw. die Risikotragfähigkeit und Liquiditätssteuerung in den Managementprozessen künftig aufzuwerten. (ud)

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